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Erste Automobile Motorspritze der Stadt Lemgo 1927

Im Jahre 1924 trat auch ein neues Feuerlöschgesetz in Kraft. Durch den Erlaß des Gesetzes betr. Das Feuerlöschwesen vom 1. Mai 1924 (L.V. S.621), wurde die Unterhaltung der Feuerlöscheinrichtungen der Regierung zugewiesen. „Der Bau und die Unterhaltung der Spritzenhäuser und die Löschwasserversorgung“, so Landespräsident Drake im Lippischen Kalender, „wird den Stadt- und Amtsgemeinden übertragen“, die auch für die Aufstellung der Feuerwehren zu sorgen hat und die Brandmeister bestellt.
Nachdem im Jahre 1926 der Ausbau der Feuerwache an der Papenstraße abgeschlossen war, übernahm die Feuerwehr Lemgo 1927 die Automobilmotorspritze der Firma Magirus. Die Einweisung erfolgte durch den Lippischen Branddirektor Ritter.

Oberbrandmeister Ritter, Leiter der Berufsfeuerwehr Bielefeld, den man bei dem Großeinsatz in Detmold, am 21. Now. 1921, kennen gelernt hatte, wurde schon 1922 als technischer Berater gehört und 1923 dann als "Branddirektor im Nebenamt" von der lippischen Regierung eingestellt.

Bereits im Oktober 1922 wurde in Detmold eine Automobilmotorspritze in Dienst gestellt. Im Jahre 1927 wurde vom Land Lippe die zweite große Automobil-Motorspritze beschafft und in Lemgo stationiert. Das Vollgummibereifte Löschfahrzeug wurde von den Magirus-Werken in Ulm/Donau geliefert u. entsprach i. Bezug der Leistung etwa der Detmolder Automobil-Motorspritze, hatte allerdings einen stärkeren Motor. Ausgerüstet mit den neuesten, technischen Errungenschaften, z.B. Knorr-Druckluft-Bremsen, große Zeißscheinwerfer usw., stellte das Fahrzeug das Beste auf diesem Gebiet dar. Die Sitze der Feuerwehrleute waren nach innen gelegt und das war besonders vorteilhaft bei größeren Überlandfahrten. Die Automobil-Motorspritze konnte bequem 1500 Meter Schlauch mitführen.

In Lemgo wurden bereits moderne Unterbringungsräume gebaut und eine Feuermelde- und Alarmanlage wurde gleichfalls geschaffen. Ab diesen Zeitpunkt war die Feuerwache rund um die Uhr mit einem Gerätwart besetzt. Die Lemgoer Feuerwehrstruktur entsprach so den neuesten Anforderungen, die an das moderne Feuerlöschwesen zu stellen waren.

Im Zuge der Motorisierung und Ausrüstung des Landes Lippe mit Automobilmotorspritzen und Zweiradmotorspritzen (Lafettenspritzen), wurden für den Einsatz dieser Motorspritzen Löschbezirke geschaffen. Für den Einsatz der Automobilmotorspriten (AMS) wurde das Land Lippe in 2 Löschbezirke eingeteilt.

Löschbezirke der Automobilmotorspritzen:

  1. Das Land Lippe wird hinsichtlich der Verwendung der Automobilmotorspritzen in 2 Löschbezirke eingeteilt.
  2. Der Löschbezirk I wird der Automobilmotorspritze der Stadt Detmold, der Löschbezirk II der Landesautomobilmotorspritze in Lemgo zugewiesen
  3. Die Löschbezirke umfassen folgende Gemeinden:

    Löschbezirk I Detmold

    1. Stadt Oerlinghausen,
    2. Amtsgemeinde Oerlinghausen,
    3. Stadt Lage,
    4. Amtsgemeinde Lage,
    5. Stadt Detmold,
    6. Amtsgemeinde Detmold,
    7. Stadt Horn,
    8. Amtsgemeinde Horn,
    9. Amtsgemeinde Schieder,
    10. Stadt Schwalenberg,
    11. Amtsgemeinde Schwalenberg,
    12. Amtsgemeinde Stift Cappel,
    13. Amtsgemeinde Lipperode.


    Löschbezirk II Lemgo

    1. Stadt Lemgo,
    2. Amtsgemeinde Brake,
    3. Stadt Bad Salzuflen,
    4. Stadt Schötmar,
    5. Amtsgemeinde Schötmar,
    6. Amtsgemeinde Hohenhausen,
    7. Amtsgemeinde Varenholz,
    8. Stadt Barntrup,
    9. Amtsgemeinde Sternberg-Barntrup,
    10. Stadt Blomberg,
    11. Amtsgemeinde Blomberg.

Die Alarmierung der Lemgoer Automobilmotorspritze erfolgte bei Feuer im Stadtbezirk Lemgo durch:

  • durch die öffentlichen elektrischen Feuermelder
  • durch Fernsprecher Nr. 511 (Feuerwache) oder bei Störung dieser Leitung durch Fernsprecher Lemgo Nr. 80-82 (Magistrat Lemgo, Nebenanschluss Polizeiwache)
  • bei Feuer außerhalb Lemgos durch Fernsprecher Nr. 511 (Feuerwache) oder bei Störung dieser Leitung durch Fernsprecher Nr. 80-82 (Magistrat Lemgo, Nebenanschluss Polizeiwache)

Die Automobilmotorspritze erhielt bald den Namen „Jumbo“ und war unter dem Namen bestens bekannt. Offiziell in Dienst gestellt wurde sie am 1. April 1927. Der erste größere Brandeinsatz war am 12. Juni 1927 in Helpup. Dieses Fahrzeug wurde in den Kriegsjahren überall in ganz Ostwestfalen eingesetzt. Am 14.6.1953 war der letzte Einsatz der Motorspritze in Lemgo bei Nullmeier.

Danach erhielt die Feuerwehr das langersehnte Tanklöschfahrzeug TLF16. Die Motorspritze wurde dann leider verschrottet.

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