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Partnerschaft mit der Feuerwehr Stendal (Sachsen-Anhalt)

Wappen Stendal

Im Jahre 1990 feierte die Alte Hansestadt Lemgo ihr 800-jähriges Stadtjubiläum. Dies war für uns ein Anlass, auch mit den Feuerwehren der anderen Partnerstädte Lemgos Kontakt aufzunehmen. Die Freiwillige Feuerwehr Lemgo feierte nämlich im gleichen Jahr das 120-jährige Bestehen.

Im Mai 1990 kamen zu der Festwoche Feuerwehrkameraden aus Lemgos Partnerstädten Beverley, Vandoeuvre, Stendal (damals DDR) mit Löschfahrzeugen nach Lemgo. Ebenfalls dabei waren Feuerwehrmänner aus Neumarkt in der Steiermark/Österreich. Mit dieser Feuerwehr bestehen partnerschaftliche Beziehungen über den Lippischen Feuerwehrverband. Alle vier Gastfeuerwehren fuhren mit einer Lemgoer Feuerwehrgruppe eine gemeinsame Löschübung am Objekt der ehemaligen Schlachterei Eickmeier, jetzt Commerzbank Lemgo, an der Mittelstraße/Lippegarten gelegen. Bei der Bevölkerung fand diese internationale Feuerwehrübung großen Anklang. Im Festzelt auf dem Schützenplatz wurde anschließend aus Anlass des 120-jährigen Bestehens der Lemgoer Feuerwehr tüchtig gefeiert.

Bei dem Festumzug aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Stadt Lemgo am folgenden Sonntag waren alle wieder dabei. Die verschiedensten Feuerwehruniformen und die recht unterschiedlichen Feuerwehrfahrzeuge aus den anderen Ländern trugen in der geschmückten Stadt sehr zum Gelingen des Festzuges bei. Aus diesen Begegnungen entwickelten sich weitere Freundschaften und Partnerschaften zwischen den Feuerwehren. Einladungen und Besuche folgten. Frankreich und Österreich waren Reiseziele von Abordnungen unserer Feuerwehr. Auch private Kontakte waren geknüpft.

Besonders hervorzuheben ist bei den Betrachtungen zu diesem Thema die Partnerschaft mit der Feuerwehr Stendal. Noch zu DDR-Zeiten wurde am 09.10.1988 eine Partnerschaft zwischen der Stadt Stendal und der Stadt Lemgo offiziell vereinbart. Besuche gestalteten sich allerdings durch die politischen Verhältnisse und Reglementierungen sehr schwierig und Kontakte zwischen den Feuerwehren gab es zunächst nicht. Erst nach der Grenzöffnung im November 1989 wurde der “Eiserne Vorhang” durchlässig. Nachdem ein Feuerwehrkamerad aus Stendal im Dezember 1990 im Rahmen eines privaten Besuches in Lemgo auch bei der Feuerwache Lemgo vorbeischaute, wurden Kontakte aufgenommen. Am 10.02.1990 machten wir uns mit einer Gruppe von 7 Personen auf den Weg nach Stendal. Es war sehr bedrückend, als wir bei Oebisfelde über die niedergelegten Grenzbefestigungsanlagen der Bundesstraße 188 das Gebiet der DDR erreichten.

In der Stendaler Feuerwache wurden wir sehr freundlich empfangen. Nach einem reichhaltigen Frühstück zeigte man uns die Fahrzeuge und das Gerät. Ein Besuch bei einer Sammlung historischer Feuerwehrgeräte in einer ehemaligen Reithalle in Stendal (jetzt Landesfeuerwehrmuseum des Landes Sachsen-Anhalt) sowie bei der Werksfeuerwehr des Kernkraftwerks Stendal schlossen sich an.
Die oben bereits erwähnte Teilnahme an dem internationalen Feuerwehrtreffen im Mai 1990 aus Anlass der 800-Jahr-Feier Lemgos wurde verabredet. Zu einem Vorgespräch hierzu besuchte uns eine Gruppe Stendaler Feuerwehrleute im April des gleichen Jahres.

Zur Anpassung der Ausrüstung der Stendaler Feuerwehr an unseren Standard wurden aus dem Hilfsfond der Stadt Lemgo finanzielle Mittel zur Anschaffung eines Rettungsgerätes, bestehend aus einem hydraulischen Pumpenaggregat sowie Schere und Spreize bereitgestellt. Das Gerät wurde von einer Gruppe Lemgoer Feuerwehrmänner nach Stendal gebracht und die dortigen Kameraden in der Handhabung unterwiesen. Der Wunsch der beiden Wehrleiter, mit dem Gerät sehr oft zu üben, statt im Ernstfall einzusetzen, ging schon in der ersten Nacht nicht in Erfüllung. Bei einem schweren Verkehrsunfall mussten die Stendaler Feuerwehrleute aus einem völlig demolierten Auto zwei Tote und zwei Schwerverletzte bergen. Nach der Grenzöffnung wurden die Kameraden dort immer öfter mit solchen Unfällen konfrontiert.

Zum Aufbau eines eigenen Funknetzes der Stendaler Feuerwehr wurde von uns dafür gesorgt, dass im August 1991 aus Beständen des Katastrophenschutzes 12 Funkgeräte der Stendaler Wehr übergeben werden konnte. Alle Fahrzeuge und die Einsatzleitung konnten jetzt mit Funk ausgerüstet werden.

Auf Einladung des Leiters der Humberside Firebrigade in England, Chief Fire Officer Roy Williamson, machte sich im Juni 1991 eine gemeinsame Delegation von 6 Feuerwehrmännern aus Stendal und 6 Feuerwehrmänner aus Lemgo auf nach Beverley. Ungehindert von Grenzkontrollen, für unsere Kameraden aus Stendal ein noch ungewohntes Erlebnis, erreichten wir nach einer schönen Seereise von Zeebrügge/Belgien aus morgens Hull/England. Ein umfangreiches und abwechslungsvolles Programm war für uns zusammengestellt. Höhepunkt waren u.a. wohl der Besuch einer Ölraffinerie mit Ausbildungseinrichtung der Werkfeuerwehr für Öl- und Gasbrände sowie die Fahrt mit einem “Firetug” (Löschboot) auf der Humbermündung. Der kameradschaftliche Aspekt kam aber auch nicht zu kurz und neue Freundschaften wurden geschlossen.

Anlässlich der 120-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Stendal im Oktober 1992 waren wir mit einer Abordnung dort, die Löschgruppe Lieme hatte ihr LF 16 dabei und nahm zusammen mit den Stendaler Kameraden an einer Übung teil, den Festumzug durch Stendal gingen wir mit und feierten anschließend tüchtig im Festzelt.

Die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Feuerwehren Stendal und Lemgo wurden auf die Jugendfeuerwehren ausgedehnt. Am gemeinsamen Zeltlager nahmen Jugendliche beider Feuerwehren teil.

Und auch in jüngster Vergangenheit wurde die Verbundenheit der beiden Feuerwehren deutlich. Beim Elb-Hochwasser 2002 machten sich zahlreiche KameradInnen aus Lemgo auf den Weg in den Landkreis Stendal um dort Hilfe bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu leisten.

Feuerwehr Stendal im Internet: http://www.feuerwehr-stendal.de

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